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Die BSK zu Besuch in Finnland



Via Videokonferenz erhielten Auszubildende des dritten Lehrjahres Elektroniker für Betriebstechnik einen Einblick in den Aufbau und die Funktionsweise eines Kernkraftwerkes im finnischen Olkiluoto.

„Was passiert, wenn die Pumpe für das Kühlwasser ausfällt?“ fragte Sergen E. den Kraftwerksexperten Dr.-Ing. Joachim Hörrmann. Diese und viele weitere Themen zur technischen Umsetzung der Sicherheit von Kernkraftwerken (KKW), aber auch zur Endlagerung von Atommüll und zum Leben und Arbeiten in Finnland konnten die Auszubildenden des dritten Lehrjahres Elektroniker für Betriebstechnik mit einem Referenten der AREVA GmbH in einer Videokonferenz erörtern.

Die Corona-Pandemie und die damit beschleunigte Digitalisierung im hessischen Schulbetrieb machte es möglich, eine im Lernfeld 10 verortete Unterrichtssequenz zum Thema energietechnische Anlagen auch ortsunabhängig unter Einbezug eines externen Referenten schnell und ohne großen Aufwand umzusetzen.

Da die Klasse 12E2.1 des dritten Ausbildungsjahres nicht zu den Abschlussklassen zählt und somit aktuell ausschließlich im Homeschooling unterrichtet wird, werden Lerninhalte vor allem über die Plattform MS-Teams® kommuniziert. Ein zentrales Element dabei ist die Nutzung der Videokonferenz-Funktion. Auch externe Referenten können zu den virtuellen Unterrichtsstunden eingeladen werden.

Im Rahmen der Unterrichtssequenz wurden im Vorfeld der grundlegende Aufbau und die Funktionsweise eines KKWs wiederholt und vertieft. Um diese Kenntnisse zu erweitern und die praktischen Umsetzung erleben zu können, bot es sich an, den Unterrichtsort in diesem Fall in ein KKW zu verlegen oder einen Experten in die Schule einzuladen. Pandemie bedingt war dies im zweiten Lockdown leider nicht möglich. Somit wurde der Unterrichtsort in eine virtuelle Umgebung verlegt und per Videokonferenz Herr Dr.Ing. Hörrmann (AREVA GmbH), Projektingenieur im Neubauprojekt des Europäischen Druckwasserreaktors Olkiluoto, direkt aus Finnland zugeschaltet.

Während der Präsentation über Lage, Aufbau, Kapazität, Leitsystem und Sicherheitskonzept konnten sich die Schüler einen detaillierteren Einblick in die Funktionsweise eines modernen KKWs verschaffen und Fragen direkt klären. Hierbei interessierten sich die Schüler sowohl für die eingesetzte Programmiersprache, die notwendigen Wartungsintervalle für die Anlage und die Vorgehensweise bei einem Störfall als auch für den Arbeitsalltag in einem KKW.

Als Fazit für diese Veranstaltung lässt sich festhalten, dass die Schüler den Ausführungen des Referenten problemlos folgen konnten, da einige in dem KKW eingesetzte Technologien auch in den Ausbildungsbetrieben wiederzufinden sind. Zum anderen gab es auch einige Überraschungsmomente, so wird zum Beispiel aus Sicherheitsgründen eine Komponente in vierfacher Ausführung von vier verschiedenen Herstellern eingesetzt. Eine Diskussion über kritische Punkte wie die Endlagerung und eine Erläuterung über den beruflichen Werdegang und den Weg zu einer Entsendung des Referenten nach Finnland rundeten die Videokonferenz ab.

Michael Kräling, Klassenlehrer