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Besuch bei der Marburger Tapetenfabrik

Ende Juni 2019, kurz vor den Sommerferien, besuchte die damals noch Grundstufe der angehenden Industriekaufleute mit ihrer Klassenlehrerin Frau Schräder die Marburger Tapetenfabrik. Der Personalleiter, Herr Günter Slany, empfing die Klasse und begann seinen Vortrag mit allgemeinen Informationen zum Unternehmen.

1845 legte Johann Bertram Schaefer mit einem Fachgeschäft für Innenausstattung im hessischen Marburg den Grundstein für die Marburger Tapetenfabrik. Heute befindet sich der Firmensitz in Kirchhain, rund 15 Kilometer östlich von Marburg. Das Unternehmen ist ein mittelständischer Familienbetrieb, inhabergeführt in der fünften Generation. Weltweit gehört die Marburger Tapetenfabrik zu den führenden Tapetenherstellern und liefert Tapeten in 80 Länder.

Die Führung startete in der großen Ausstellungshalle, wo ganz unterschiedliche Tapeten zur Anschauung tapeziert sind. Die Schüler und Schülerinnen zeigten sich überrascht, über die Vielfalt allein in diesem einzigen Raum. Besonders die Tapeten der an der Decke tapezierten "STARLED" Kollektion brachte Staunen hervor, da die Tapetenbahnen mit LED's in Form einer stahlenden Sonne oder von Sternen ausgerüstet sind.

In der Produktion erklärter Herr Slany beispielhaft an einer der Tapetenproduktionsstraßen, wie die Herstellung einer Tapetenserie abläuft. Dabei war der hohe Automatisierungsgrad vom anfänglichen Vliesträger bis zur fertig verpackten und versandbereiten Tapete sehr auffällig. Nur noch wenige Mitarbeiter sind in den Herstellungsprozess eingebunden.

Die Größe und Kapazität des 2007 fertiggestellten Hochregallagers sorgte für Staunen, denn mit 33 Meter Höhe und einer Länge von 105 Metern sowie rund 23.000 Palettenstellplätzen und weiteren 10.500 Plätzen für Behälter, nimmt es eine dominierende Größe auf dem Firmengelände ein und ist bereits von Weitem nicht zu übersehen. Der eigentliche Lagerbereich ist menschenleer. Alle darin ablaufenden Vorgänge, d.h. die Bestückung und Entnahme der Tapeten mit Paletten und Behältern erfolgen mittels einer Lagersoftware.

Abschließend erklärte Herr Slany noch die ebenfalls vollautomatisch arbeitende Kommissionierungsanlage, in der die aus dem Hochregallager über die Fördertechnik ankommenden Versandkartons auftragsbezogen zugeordnet werden, bevor sie Mitarbeiter mittels Stapler in den jeweiligen Speditions-LKW bringen.

Auf die Betriebsbesichtigung folgte auf dem Außengelände noch eine kleine Fragerunde, bevor die Klassenlehrerin Frau Schräder die Exkursion beschloss. Der Berufsschulklasse hat die Führung sehr gut gefallen und viele zeigten sich überrascht über die Technisierung in der Tapetenherstellung. Die gewonnenen Eindrücke werden sicherlich in Erinnerung bleiben und den Praxisbezug im Unterricht nachhaltig unterstützen. In diesem Sinne freut sich die Klasse auf weitere Betriebsbesichtigungen und viele neue Erkenntnisse, die sie dort gewinnen werden.

Henry Krämer, Auszubildender im 2. Ausbildungsjahr