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INTEA - erste Erfolge

Das SSA Marburg-Biedenkopf lud Ende September alle ca. 60 INTEA-Lehrkräfte der 15 INTEA-Klassen des Schulamtsbezirks zur Dienstversammlung an die Beruflichen Schulen Kirchhain (BSK) (INTEA = Integration durch Anschluss und Abschluss). Sinn dieser Dienstversammlungen ist der Austausch, Rückblick und Ausblick über das INTEA Programm, das 2015 vom HKM für geflüchtete Jugendliche und Jugendliche aus dem europäischen Ausland im Alter von 16-20 Jahren etabliert wurde. Es ist ein Sprachförderprogramm für jeweils max. 2 Jahre Förderdauer. Da dieses Programm noch in den Kinderschuhen steckt und nicht auf langjährige Erfahrungen zurückgegriffen werden kann, ist es sinnvoll allen beteiligten Lehrkräften ein Forum des Austauschs zu bieten.

Zu Beginn blickte Frau Donkova-Schalauske, Leiterin des ABZ am SSA, auf erste Erfolge des Programms im vergangenen Schuljahr zurück: die ersten Hauptschul- und Realschulabschlüsse wurden von den geförderten Schülern erfolgreich an der Adolf-Reichwein-Schule, den Beruflichen Schulen Biedenkopf und den BSK abgelegt, ebenso, wie das Deutsche Sprachdiplom DSD PRO I von Schülern der BSK. Das Deutsche Sprachdiplom der Kultusministerkonferenz zertifiziert weltweit die berufsorientierten Deutschkenntnisse junger Erwachsener. Die fünf hochmotivierten Schüler aus Somalia und Syrien haben ihre Fertigkeiten in den Bereichen Lese- und Hörverstehen sowie schriftliche und mündliche Kommunikation unter Beweis gestellt und damit einen wichtigen Baustein zur Integration in die deutsche Arbeitswelt erworben.

Ein weiterer wichtiger Punkt des Nachmittags war der Austausch der Lehrkräfte untereinander und mit Vertretern vom SSA über Fortbildungsangebote, die Ehrenamtskoordination, Vernetzungsmöglichkeiten, die Zukunft der INTEA-Schüler und nicht zuletzt der fachspezifische Austausch. Jede der drei Schulen sammelt unterschiedliche Erfahrungen und hat unterschiedliche Ideen in diesem Bereich. Der Austausch darüber ist bereichernd, verbessert die Qualität der Arbeit und macht nicht zuletzt auch Spaß. Schüler der IK2 von den BSK versorgten die Lehrkräfte an diesem Nachmittag mit tollen Kuchen aus ihrer Heimat und Deutschland, die unter Anleitung von Heike Amend im hauswirtschaftlichen Unterricht gebacken wurden.

Eine Woche später stand ein weiterer Nachmittag an den BSK ganz im Zeichen von INTEA. Mit Mitteln des International Rescue Committee (IRC) konnte an den BSK ein Fachraum für die INTEA-Klassen eingerichtet werden, der auf die speziellen Bedürfnisse von Fremdsprachenlerner eingeht und im Beisein von Frau Donkova-Schalauske und Herrn Müller vom SSA und Frau Küchenhoff vom IRC eingeweiht werden.

Die Organisation IRC wurde 1933 von Albert Einstein ins Leben gerufen und leistet seitdem weltweit einen Beitrag bei der Unterstützung von Flüchtlingen u.a. in den Bereichen Gesundheit, Sicherheit und Bildung. Im Bildungssektor unterstützt der IRC Lehrerinnen und Lehrer von geflüchteten und traumatisierten Schülerinnen und Schüler mit Beratung, Workshops und Unterrichtsmaterial. An solchen Workshops nehmen Lehrkräfte der ARS und der BSK regelmäßig teil, so auch an diesem Nachmittag, im Anschluss an die Einweihung.

Durch die Spende wurden Laptops, Kopfhörer, ein SMART-TV, Malutensilien, Wörterbücher, Lektüren, ein Moderatorenkoffer, ein Mathematikkoffer, Lernplakate u.a. angeschafft. Dies alles ermöglicht schülerorientierten und binnendifferenzierten Unterricht in einem Raum, der den mittlerweile 65 Deutschlernern der 4 INTEA-Klassen vorbehalten ist. Denn neben Deutsch-als-Zweitsprache werden die SchülerInnen im Rahmen des sprachsensiblen Fachunterrichts und zur Vorbereitung auf die möglichen Schulabschlüsse auch in Datenverarbeitung, Ernährung und Hauswirtschaft, Biologie, Mathematik und Politik, Englisch und Sport unterrichtet.

Insgesamt arbeiten an den BSK 17 Lehrerinnen und Lehrer in diesem Bereich, darunter ein Lehrer aus Syrien. Unterstützt werden sie von einer Sozialpädagogin, die bei der beruflichen Orientierung, Anerkennung von ausländischen Zeugnissen und bei vielfältigen Problemen Ansprechpartnerin für Lehrer und Schüler ist. Vermehrt werden Schülerinnen und Schüler, die diese zweijährige Maßnahme abgeschlossen haben, in anderen Zweigen der Beruflichen Schulen weiterlernen. So in den Bildungsgängen zur Berufsvorbereitung (BzB), der Berufsfachschule oder in der Berufsschule. Auch dann müssen diese Schüler noch durch zusätzlichen Deutschunterricht unterstützt werden. In diesem neu zu entwickelnden Zweitsprachenkonzept wird der neue DaZ-Raum auch in Zukunft eine zentrale Rolle spielen.

Anja Fackert und Birgit Striepecke

Verleihung des DSD PRO I
Verleihung des DSD PRO I Von links nach rechts: Herr Müller (Staatliches Schulam), Frau Donkova-Schalauske (Staatliches Schulamt), Ayanle Ahmed, Mohannad Morad, Abdalrahman Othman, Aiman Banoah, Izzeddin Alsobih, Frank Heiwig (Schulleiter der BSK), Anja Fackert (DaZ-Lehrerin) , Mike Hackenbroich (Abteilungsleiter)