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Techniker/-innen präsentieren Abschlussprojekte

Am Freitag, den 19. Mai 2017, veranstalteten die Beruflichen Schulen Kirchhain den Tag der Techniker für die Fachrichtungen Elektrotechnik und Maschinentechnik. Schulleiter Frank Heiwig betonte in seiner Begrüßungsrede, die Studierenden können nach einem Jahr Projektmanagement stolz auf ihre Ergebnisse sein. Berufsschüler/-innen, Kooperationspartner/-innen, Eltern, Freunde und Interessierte waren gekommen und staunten über die vielfältigen Projekte aus beiden Bereichen:

Im Werkstattgebäude der Beruflichen Schulen Kirchhain erläuterte unter anderem Heiko Juraschek, was es bei der Konstruktion seiner Fotobox zu beachten galt. Als semi-professioneller Fotograf hatte er die Idee, ein Gerät zu entwickeln, welches für Hochzeiten und andere Veranstaltungen gemietet werden kann. Auch nach dem Abschluss der Technikerschule werde er seine Projektidee weiter verfolgen. Als nächster Schritt stehe der Bau des Prototypen an.

Ähnlich erging es auch Alexander Rusinow. Für ihn war der Ausgangspunkt seines Projektes ein Gedankenspiel, welches ihn schon seit längerem beschäftigt habe. Seine Zeit und Kraft investiert der gelernte Elektroniker in die Gründung seines eigenen Unternehmens PBBR Pulverbeschichtung. Die Weiterbildung zum Staatlich geprüften Techniker sollte ihm vor allem als berufliche Absicherung dienen. Jedoch fand er im Rahmen der Projektdurchführung Gelegenheit, eine seiner Ideen zu verwirklichen. Er entwickelte eine Anlage, die in der Lage ist, Alufelgen automatisch abzutasten und Bordsteinschäden selbstständig abzudrehen. „Somit ist zukünftig ein schnelleres Arbeiten und damit eine höhere Stückzahl möglich. Außerdem kann die Produktpalette hinsichtlich zweifarbiger Oberflächenbeschichtung erweitert werden.“, freute sich der Jungunternehmer.

Für Fabian Wagner stand vor allem das eigenständige Entwickeln tragfähiger Lösungen im Vordergrund. Selbst kleinere Fehlschläge konnten ihn nicht ausbremsen. Er grübelte weiter, hinterfragte Aussagen und testete Alternativen. Schließlich brachte eine Idee den Durchbruch: Er entwickelte für die Firma Hof Sonderanlagenbau GmbH eine neue Anbindung für die verwendeten Kühlstellenregler. Hierbei wurde dessen Bedienung nicht nur vereinfacht, sondern auch die Funktionalität deutlich erhöht.

„Gerade durch die Arbeit an meinem Projekt Konstruktion und Planung eines Stahlbaubalkons erfuhr ich, wie wichtig die Planungsphase und das Zeitmanagement sind. Dies gilt besonders, wenn die technischen Vorgaben in Einklang mit den Kundenwünschen zu bringen sind.“, weiß Kai Naumann zu berichten. Für die notwendigen Berechnungen und den Umgang mit der CAD-Software sei der Fachunterricht eine große Hilfe gewesen. Außerdem habe sich hier sein Wunsch verstetigt, nach dem Abschluss eine Stelle im Bereich Konstruktion anzustreben.

Für Christian Seidensticker war ein enger Austausch zwischen der Auftragsfirma, dem Endkunden und ihm als Projektverantwortlicher besonders wichtig. Nur eine perfekte Gesprächsvorbereitung, genaue Problemformulierung, unternehmerisches Denken und eine umsichtige Koordination führten zu optimalen Ergebnissen. Da er einiges an Projekterfahrung mitbrachte, hatte sich Christian Seidensticker von Anfang an ein fachgebietsübergreifendes Arbeiten gewünscht. Er entwickelte und programmierte für die Firma elkom-elektronik in Kassel ein Programm für Smart-Homeanlagen im Bereich Licht. Agrarbetriebe, Einzelhandelsunternehmen und Privatpersonen können nun unabhängig vom Lichtschalter mit Hilfe ihres Smartphones oder Tablets die Beleuchtung regeln.

Albert Schwabauer und Marty Schmidt machten es sich zur Aufgabe, eine veraltete CNC-Fräsmaschine so kostengünstig wie möglich für die Beruflichen Schulen Kirchhain zu modernisieren. Neben einer verbesserten Steuerung kann diese jetzt CAD-Zeichnungen lesen und verarbeiten. So eröffnen sich den Auszubildenden des Tischlerhandwerks, wo die Anlage zum Einsatz kommen wird, neue Möglichkeiten. Aber auch auszubildende Elektroniker und Mechatroniker können die Anlage für Programmierungsübungen nutzen.

Zusätzlich zu den Projektvorstellungen konnten die Besucher bei Führungen Einblicke in die modern ausgestatteten Unterrichtsräume, Werkstätten und Labore gewinnen. Außerdem standen die Referenten Herr Wiesner von der Firma Festo Didactic SE und Herr Scheid von der Siemens AG während ihrer Fachvorträge zum zukunftsweisenden Thema „Industrie 4.0“ Rede und Antwort.

Besonders die Berufsschüler/-innen nutzten zusätzlich die Gelegenheit, sich über das Weiterbildungsangebot zum/zur staatlich geprüften Techniker/-in zu informieren. Hierfür präsentierten die Studierenden des 2. Semesters wichtige Studieninhalte der beiden Fachrichtungen. Im Bereich Maschinentechnik zeigten sie wie mechanische Komponenten konstruiert, berechnet und mit Hilfe eines CAD-Systems dreidimensional darstellt werden können. Des Weiteren erläuterten Studierende der Fachrichtung Elektrotechnik wie automatisierte Anlagen programmiert werden.

Für Elektrotechnik und Maschinentechnik gebe es noch wenige freie Plätze für das Schuljahr 2017/18, weiß Abteilungsleiter Markus Höck zu berichten. Wer Interesse habe, melde sich bitte unter 06422-94210 oder 06422-1073 oder hoeck@bs-kichhain.de.