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Frühlingsnachmittag

mit Seniorinnen und Senioren

Am Mittwoch, den 22.03.2017, war es endlich soweit und zwölf Seniorinnen und Senioren aus einem Altenpflegeheim in Stadtallendorf besuchten die Beruflichen Schulen Kirchhain, wo sie erwartungsvoll von 10 Schülerinnen und Schülern des dritten Ausbildungsjahres der schulischen Ausbildung zur Hauswirtschafterin/zum Hauswirtschafter in Empfang genommen wurden.

Die Schüler hatten sich bestens vorbereitet und empfingen die Gäste mit gebastelten Namensschildchen, mit denen sie sich die Seniorinnen und Senioren vorher „zugelost“ hatten. Diese Form der persönlichen Zuordnung war auch der rote Faden, der neben dem Frühlingsthema den Nachmittag durchzog. So erlebten die Schülerinnnen und Schüler, was individuelle Betreuung bedeutet und welche Bedürfnisse berücksichtigt werden müssen. Von der richtigen Speisen- und Getränkeauswahl bei der Kaffeetafel, über die „lauffreundlichste Strecke“ ins Gebäude und zu den Toiletten, bis hin zur Ermittlung des Platzbedarfs von Rollatoren und Rollstühlen hatten sie im Vorfeld den theoretischen Hintergrund im Lernfeld „Betreuung“ erarbeitet.

Außerdem hatten sie im Deutschunterricht Sachtexte zu den neuesten Erkenntnissen im Bereich der geriatrischen Beschäftigung gelesen und praktisch umgesetzt. So wurde vor dem Kaffeetrinken ein Parcours angeboten, bei dem sich die Seniorinnen und Senioren an verschiedenen Stationen mit ihren betreuenden Schülerinnen und Schülern vergnügen durften. In der Station „Gedächtnistraining“ hatten die Schülerinnen und Schüler ein Frühlingsblumen-Memory vorbereitet, im Bereich „Feinmotorik“ galt es Figuren aus Teig auszustechen. Als dritte Station, die der „Erinnerung“ gewidmet war, wurde ein Frühlingsgedicht in Sütterlin gelesen und schließlich galt es an der „Sensorik-Station“ Frühlingskräuter mit allen Sinnen wahrzunehmen und zu überlegen, welche in eine Grüne Soße passen könnten.

An keiner Station gab es ein richtig oder falsch, vielmehr ging es darum, über verschiedene Kanäle in eine Kommunikationssituation und in ein gemeinsames Erlebnis zu kommen. Und das war viel einfacher als die Schülerinnen und Schüler sich das im Vorfeld gedacht hatten. Die Seniorinnen und Senioren berichteten von ihren Schulerlebnissen (angeregt durch das Sütterlin Gedicht), von den Gärten, die sie einst bepflanzt hatten oder von Rezepten, die sie früher oft zubereitet hatten. Der Austausch war lebhaft und humorvoll und die lebenserfahrenen Gäste hatten sichtlich Freude an den jungen Menschen, die sich ihnen mit einem so ausgeprägten Interesse widmeten.

Die Erholung und Bewirtung an der Kaffeetafel hatten sich schließlich alle reichlich verdient und das leckere Kuchenangebot fand reichen Zuspruch. Sein Ende fand der Tag nach dem ein von früher bekanntes und ein - von einer Schülerin neu verfasstes - Gedicht vorgetragen wurden schließlich in einem gemeinsamen Lied, das den Frühling besingt und bei dem sich zeigte, dass die Älteren den Jüngeren in Punkto Stimmkraft nicht nachstanden.

Nachdem die Schülerinnen und Schüler „ihre“ Seniorin, bzw. „ihren“ Senior wieder zu den Fahrzeugen begleitet hatten, kam fast eine traurige Stimmung auf, weil es gar nicht so leicht fiel, sich zu verabschieden. Auch wenn man „nur“ einen Nachmittag gemeinsam verbracht hatte, zeigte sich doch, dass das gemeinsame Erleben und die individuelle Betreuung eine Beziehung entstehen ließ.

Über eines war sich die Klasse einig: ein solches Projekt bietet viel mehr Möglichkeiten und macht viel mehr Spaß, als sich nur mit der Theorie zu beschäftigen.

S. Steeg-Hintermeier