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An den Modetrends der Zukunft ganz nach dran

'Vegan' und 'Bio' sind im Trend. Den Kühlschrank mit solchen Produkten aufzufüllen, ist nicht allzu schwer. Bei Kleidungsstücken wird es schon komplizierter. Wer an Öko-Mode denkt, hat ein Bild im Kopf: unförmige Sack-Kleider in unauffälligen Farben, wie Matschgrün, Mausgrau und Beige. Doch stimmt dieser Eindruck noch?

Die angehenden Maßschneiderinnen und Maßschneider der Beruflichen Schulen Kirchhain konnten sich auf der INNATEX, einer Fachmesse für Nachhaltige Textilien, davon überzeugen, dass Öko-Mode alles andere als langweilig und eintönig ist. Von den insgesamt über 300 verschiedenen internationalen Labels, die als Aussteller vertreten waren, setzen viele Hersteller auf die Verarbeitung von edlen Fasern wie Alpaka, Kaschmir, Mohair, Merino-Schafwolle und Seide. Andere Marken verwenden ausschließlich pflanzliche Naturfasern, wie Leinen, Hanf oder Baumwolle aus kontrolliert biologischem Anbau und unter Verwendung von nicht genmanipuliertem Saatgut.

Zu entdecken gab es aber auch Mode aus Polyester. Im ersten Moment ist ein Zusammenhang zwischen Chemiefasern und nachhaltigen Textilien nicht direkt zu erkennen. Im Gegenteil, Verbraucher denken, dass das Umweltproblem durch die Verarbeitung von Chemiefasern noch weiter verschärft wird. Dennoch steht der Nachhaltigkeitsgedanke im Vordergrund, denn die für die Kleidungsstücke verwendeten Chemiefasern sind alle recycelt. (4 PET-Flaschen reichen z. B. aus, um daraus ein Sport-Funktionsshirt herzustellen!) Ein raffinierter Kreislauf und umweltschonend noch dazu.

Nachhaltige Mode berücksichtigt aber nicht nur den ökologischen Aspekt in der Bekleidungsherstellung, sondern setzt sich auch für eine sozial nachhaltige Produktion der Textilien ein, d. h. keine Kinderarbeit, Zahlung eines Mindestlohnes an die Näherinnen, Überwachen von Sicherheitsstandards in den Textilfabriken. Aussteller haben uns auch berichtet, regelmäßig in die Produktionsländer zu reisen und so den Herstellungsprozess entlang der textilen Kette zu überwachen.

Fazit: Unsere Schülerinnen und Schüler waren begeistert vom abwechslungsreichen Angebot der Fachmesse in den Bereichen Bekleidung, Accessoires, Heimtextilien und Spielzeug und waren sich einig, dass nachhaltige Textilien durchaus gesellschafts- und alltagstauglich sind und insbesondere bei der jüngeren Zielgruppe punkten können: mit frischen Farben, raffinierten Schnitten und ausgefallenen Designs und alles ohne synthetische Farbstoffe, optische Aufheller und umwelt- sowie gesundheitsschädigende Hilfsmittel.

M. Immink,
FB Textil- und Bekleidungstechnik