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Industriekauffrau mit Erasmus auf Malta

Seit 2014 erhalten die Industriekaufleute an den Beruflichen Schulen die Möglichkeit, während ihrer Ausbildung ein Praktikum im Ausland durchzuführen. Das Praktikum wird durch das Europäische Förderprogramm „Erasmus“ finanziell unterstützt. Die Organisation findet in Kooperation mit Arbeit und Bildung e.V. in Marburg statt, die die Möglichkeit haben, solche geförderten Praktikumsplätze an unsere Schülerinnen und Schüler zu vergeben.

Nachdem bereits vor zwei Jahren einige angehende Industriekaufleute in England ihr Praktikum absolviert haben, ist im Sommer 2016 nun die erste Auszubildende nach Malta gereist, um dort einen Einblick in ein Unternehmen zu erhalten:

Louisa Block, die bei der Firma Seidel GmbH & Co. KG ihre Ausbildung absolviert, berichtet hier von ihrer Zeit auf Malta:


Reisebericht Auslandspraktikum

PJ Sutters ist einer der größten Lebensmittelimporteure auf Malta und versorgt täglich hunderte Hotels, Restaurants und Supermärkte mit frischen Lebensmittel aus ganz Europa. Bei meinen Praktikumsbetrieb wurde ich mit offenen Armen empfangen. Für die ersten Tage war ich im Accounting eingesetzt, wo ich zunächst mit dem Ablegen von Rechnungen beschäftigt war. Da meine Kolleginnen aber sehr interessiert an meinem beruflichen Werdegang und dem Leben in Deutschland waren, trainierte ich nebenbei mein Englisch und wurde Tag für Tag nicht nur sicherer, sondern auch schneller. Schließlich wechselte ich nach drei Tagen die Abteilung und kam für die nächsten zweieinhalb Wochen an den Empfang der Firma. Dort brachte man mir das so genannte „tagging“ bei. Ich kontrollierte zunächst welche der bestellten Waren unseren Kunden laut Lieferschein übergeben wurden und verbuchte dies anschließend im maltesischen Warenwirtschaftssystem.

Weil das südländische Arbeitsleben sehr viel entspannter ist als in Deutschland, erfuhr ich neben dem Arbeiten auch sehr viel über das im August überall auf Malta gefeierte Fest Maria Himmelfahrt. Jeder Ort feiert dort eine Woche lang mit bunt beleuchteten Kirchen, Festzügen und jeder Menge Feuerwerk.

Neben all meinen Reiseberichten und neuen Vorschlägen zur Besichtigung von weiteren Sehenswürdigkeiten, wie der Nachbarinsel Gozo mit dem berühmten Azur Window oder der Hauptstadt Valletta, erstellte ich täglich Gutschriften und druckte neue Lieferscheine aufgrund der eingegangenen Bestellungen für den kommenden Tag.

Es war wirklich eine tolle Erfahrung, mich alleine den Schritt für mehrere Wochen ins Ausland getraut zu haben, um meine Sprachkenntnisse zu verbessern und den südländischen Arbeitsalltag kennenzulernen. Das Auslandspraktikum bot mir die Möglichkeit, alltägliche Arbeitsaufgaben in einer anderen Sprache zu absolvieren und gleichzeitig auch Zeit für Kultur und Ausflüge zu haben.