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Diverse Festnahmen und viele Informationen

Wie fühlt es sich an, „in Gewahrsam“ genommen zu werden? Oder in einem Polizeiauto zu fahren? Das konnten die Schülerinnen und Schüler der InteA-Sprachintensivklassen der Beruflichen Schulen Kirchhain ganz entspannt ausprobieren. Bei ihrem Besuch auf der Polizeidirektion Marburg informierten sie sich aber vor allem über Arbeit und Organisation der Polizei in Deutschland. Überraschend war für manche, dass nicht nur deutsche Staatsbürger eine Ausbildung und ein Studium bei der Polizei absolvieren können. Nicht die Staatsangehörigkeit, wohl aber die anspruchsvollen Voraussetzungen wie gute Sprachkenntnisse, Fachhochschulreife oder Meister und körperliche Fitness stellen Hürden dar, die selten auf Anhieb genommen werden. Ein Schulpraktikum erhält nur, wer diese bereits Voraussetzungen erfüllt.

Mit Fragen wie: „Müssen auch Polizisten Steuern zahlen?“, „Dürfen Polizisten einer politischen Partei angehören?“ oder „Dürfen Polizisten schlagen?“ waren sie gekommen. Mit der Unterscheidung zwischen der „ausführenden Gewalt“ des Systems und den Menschen, die ihre Arbeit im Beruf des Polizisten leisten, verabschiedeten sie sich von Kriminaloberkommissar Dönges, Polizeikommissar-A. Tondorf und der Migrationsbeauftragen Frau Pfeiffer. Mit Handschlag zur Verabschiedung galt das „Danke!“ weniger den Informationen, als dem Gehör, dass ihnen geschenkt worden war. Hier konnten auch unverständliche Erfahrungen mit Polizeibeamten ausgesprochen aber auch die Perspektive eines Beamten eingeommen werden. Der Rat, in angespannten Situationen bei Polizeikontrollen kein Öl ins Feuer zu gießen, besonnen den Aufforderungen der Polizei Folge zu leisten, wurde ebenso vermittelt wie die Möglichkeit, höflich nach Name und Dienststelle zu fragen, wenn das Auftreten eines Polizisten als unangemessen oder unverständlich empfunden wurde. Da diese Auskunft ein Recht für jeden Menschen ist und ausnahmslos alle Menschen in Deutschland in gleicher Weise an unseren Gesetzen gemessen werden, ist es die Verpflichtung des Einzelnen, diese Rechte zu kennen und wahrzunehmen. Die Jugendlichen wurden aktiv ermutigt, den Kontakt zu suchen, gerade um bei Konflikten Gelegenheit zu Erklärungen zu geben. „Es gibt fast immer Gründe für ein Verhalten. Aber klar, wir sind ja alle Menschen, niemand ist immer freundlich.“ Je freundlicher, desto einfacher die Verständigung, war der zweite Rat, der mitgenommen, aber auch dagelassen wurde.