Berufsbild: Automobilkaufmann/-frau

Du liebst Autos und findest den Automobilmarkt spannend?
Du interessierst Dich für alles, was in einem Autohaus passiert?
Du suchst einen Beruf in dem kaufmännische UND technische Inhalte eine Rolle spielen?

Die Ausbildung zum/zur Automobilkaufmann/-frau eröffnet Dir ein faszinierendes Arbeitsfeld.

Abwechslung ist garantiert, wissen auch Patricia Müller und Philipp Thomas zu berichten. Sie sind Auszubildende in zwei Marburger Autohäusern und besuchen die Beruflichen Schulen Kirchhain für den Berufsschulunterricht. „Als Automobilkaufmann spiele ich eine zentrale Rolle in unserem Autohaus und bin in jeder Abteilung zu Hause.“, so Philipp Thomas. Patricia Müller ergänzt: „Während ich am Morgen beispielsweise am Kundendienstschalter stehe und die Kunden in allen Fragen rund um Serviceleistungen und Autokauf berate, bin ich mittags im Büro mit der Bestellung von Ersatzteilen beschäftigt. Am Nachmittag helfe ich bei der Buchhaltung oder nehme Kontakt zu Automobilherstellern und Importeuren auf. Zwischendurch gehe ich immer mal wieder in die Werkstatt, um Absprachen bezüglich Terminen, Ersatzteilen und Kundenwünschen zu treffen.“

Genauso unterschiedlich wie die Einsatzgebiete, so vielfältig sind auch dort die zu bewältigenden Aufgaben: Am Kundendienstschalter werden nicht nur Termine mit Kunden vereinbart und koordiniert, sondern auch Werkstattaufträge angenommen und Reklamationsgespräche geführt. Im Teile- und Zubehörlager müssen die Bestellung und der Verkauf von Ersatzteilen und Zubehör gewährleistet werden. Hier spielen die Wareneingangskontrolle, das Ein- und Auslagern von Ersatzteilen sowie die Kommissionierung von Werkstattaufträgen eine entscheidenden Rolle. Beim Neu- und Gebrauchtwagenverkauf liegt das Augenmerk auf den Kundenberatungsgesprächen. Es gilt Probefahrten durchzuführen und Neuwagenvorstellungen sowie Events im Autohaus zu organisieren. Neben der Buchhaltung sind Automobilkaufleute auch für die Fahrzeugdisposition verantwortlich. Sie konfigurieren und bestellen Neufahrzeuge und kümmern sich um das Marketing.

Die Voraussetzung für die dreijährige duale Ausbildung zum/zur Automobilkaufmann/-frau ist die Mittlere Reife. Wichtige persönliche Eigenschaften sind Interesse am

Menschen und an der Technik. Die Ausbildung findet sowohl im Betrieb als auch in der Berufsschule statt. An den Berufsschultagen werden die Inhalte der 12 Lernfelder z.B. bürowirtschaftliche Abläufe, Unfallschadenmanagement, Disposition, Beschaffung, Vertrieb und Marketing sowie Rechnungswesen und das Führen von Verkaufsgesprächen, vermittelt. Dieser fachtheoretische Unterricht hilft, die Arbeitsabläufe im Betrieb besser zu verstehen und die Anforderungen in der Praxis leichter zu bewältigen.

„Ein Vorteil des Berufsschulstandortes Kirchhain ist es, dass die Schule außerdem Kfz-Mechatroniker ausbildet. So profitieren die Automobilkaufleute von den örtlichen Gegebenheiten, wenn es um die Umsetzung der Lerninhalte aus dem Bereich der Kfz-Technik geht. Da die Technik rund um das Automobil eine zentrale Rolle im Arbeitsalltag der Automobilkaufleute spielt, ist es hilfreich, auch eine Kfz-Werkstatt an der Schule zu haben.“, freut sich der zuständige Abteilungsleiter Mike Hackenbroich.

Einmal während der Ausbildung organisieren die Automobilkaufleute eine Automobilmesse für die Beruflichen Schulen Kirchhain. Sie kümmern sich u.a. um die Werbung, die Ausstellungsfahrzeuge und das Rahmenprogramm. Sie organisieren das Catering, und die Musik. Ebenso laden sie externe Experten wie die Polizei und den ADAC ein, so dass das Event eine runde Sache für alle Besucher wird.

Und die Perspektiven nach der Ausbildung? Das Einstiegsgehalt nach der Ausbildung liegt zwischen 1.500 € und 1.800 € je nach Aufgabenbereich und Arbeitgeber. Der Durchschnittsverdienst wird von 2.000 € bis 2.700 € angegeben. Neben einer Anstellung in einem Autohaus besteht die Möglichkeit, auch in anderen Firmen zum Einsatz zu kommen. Denn die Ausbildung deckt die grundlegenden kaufmännischen Lerninhalte ab, die auch ein Bürokaufmann können muss - eben plus die spezifischen Inhalte der Automobilbranche. Beliebt sind deshalb auch Arbeitsstellen direkt bei den Herstellern bzw. Importeuren. Außerdem bestehen verschiedene Weiterbildungsmöglichkeiten u.a. zum geprüften Automobilserviceberater, zum Betriebswirt im KFZ-Gewerbe oder Automobilfachwirt. So eröffnen sich interessante Perspektiven für die angehenden Automobilkaufleute, da Mobilität auch zukünftig eine große Rolle spielen wird.